Integratives Musikprojekt für Flüchtlingskinder

„Löwe-Krokodil-Löwe-Krokodil“ ist als Sprechgesang aus dem Bewegungsraum der Kita Waldwiese in Kilianstädten zu hören. Mit lachenden Gesichtern verfolgen Kaleb, Asema, Masohmeh, Milad und Levente aufmerksam an einem heißen Freitagvormittag im Juli die Anleitung von Musikschuldozentin Rosita Hohm-Koester. Nachdem sie den Rhythmus einige Male gesprochen haben, übernehmen sie ihn zusätzlich mit verschiedenen Tönen auf die vor ihnen stehenden afrikanischen Trommeln.

Bereits seit Mai haben die aus Eritrea und Afghanistan stammenden  Kinder im Altern von 4-8 Jahren einmal in der Woche Musikunterricht im Bürgertreff Kilianstädten. Sie leben in Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde Schöneck, denen diese Aktivität gezielt angeboten wurde. Vier Kinder der Gruppe sind ohnehin in der Kita und so lag es nahe, den anderen Kindern der Einrichtung einmal vorzuspielen, was sie schon gelernt haben.

Ein entsprechendes Angebot gibt es seit Juni auch in Nidderau. Hier nehmen 6 Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren aus Albanien und Eritrea am Unterricht im Jugendzentrum Blauhaus teil. Die zuständige Sozialarbeiterin ist vor Ort und erinnert die Kinder immer wieder an den Termin, da sie, anders als in Schöneck, nicht von den Eltern gebracht werden.

Entstanden sind die Projekte auf Initiative der Musikschule. Die Gemeinde Schöneck und die Stadt Nidderau stellten die Kontakte her und die Räumlichkeiten bereit, finanziert wird das Projekt über zweckgebundene Fördermittel des Landes Hessen zur „Integration sozial benachteiligter und ausländischer Kinder und Jugendlicher“. „Als öffentliche Einrichtung sehen wir integrative Projekte als wichtigen Teil unseres Bildungsauftrags. Deshalb sind wir sehr froh über die finanzielle und logistische Unterstützung des Landes und der Kommunen. Da dies aber nur einen kleinen Teil der Kosten deckt, benötigen wir zur Absicherung solcher Projekte unbedingt weitere Förderer“ beschreibt Musikschulleiter Michael Winterling den Spagat der Schule zwischen Anspruch und wirtschaftlichen Hürden.

„Für mich ist es sehr schön zu sehen, wie schnell die Kinder über Rhythmus, sei es durch Trommeln oder Tanzen, zu begeistern sind. Ganz spielerisch verbessern sie dabei über das Medium Musik Sprachkenntnisse, soziale Interaktion und Selbstwertgefühl.“ beschreibt Dozentin Rosita Hohm-Koester ihre engagierte Arbeit. Mit einem witzigen gemeinsamen Rhythmusspiel aller trommelnden und zuschauenden Kinder beendet sie die Vorführstunde.

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